Die Chronik des SV Hohenkammer

"Fußball - Freund des Friedens" schrieb ein namhafter Sportjournalist über eines seiner Bücher. Dieses Motiv mag vielleicht auch für die Männer gegolten haben, die nach dem 2. Weltkrieg das Fußballspiel im Glonntal heimisch machten. Dies war natürlich ein schwieriges Unterfangen, da ja nach der Kapitulation die Siegermächte jede Gruppenbildung von mehr als fünf Personen verboten hatten.

Als aber dann dieses Versammlungsverbot bald darauf gelockert wurde, ging man sogleich daran, dem Sport im Leben des Menschen wieder seine alte Geltung zu verschaffen. Für viele brachte er Vergessen, aber für alle war der Sport die Freude am Spiel.

Und diese Freude am Spiel bestimmte wahrscheinlich auch jene ca. 30 Personen, die sich Mitte Mai 1947 im Gasthaus "Alte Post" in Hohenkammer trafen, mit dem Ziel, in Hohenkammer einen Sportverein zu gründen. Die Initiatoren dieses Treffens waren die Herren Josef Geisenhofer, Walter Wendler, Hans Taschner, Jakob Huber, Georg Geisenhofer, sowie Anton und Thomas Held. Sie alle sind auch als Gründungsmitglieder zu verzeichnen. Am 15. Juni 1947 fand dann die eigentliche Gründungsversammlung statt. Der neue Verein gab sich den Namen "SVH - Sportverein Hohenkammer". Die erste Vorstandswahl ergab dabei folgendes Ergebnis:

 1. Vorstand: Anton Held   Spielausschuss: Taschner H.
 2. Vorstand: Walter Wendler   Radler G.
 Kassier: Thomas Held   Steiner H.
 Schriftführer: Jakob Huber   Burghardt M.

Damals bestand der Verein aus 32 aktiven und ca. 20 Mitgliedern. Nach einer 14-tägigen Probezeit wurde der Verein am 01. Juli 1947 unter der Reg.Nr. 8290 beim Bayrischen Landessportverband aufgenommen. Damit war der erste Schritt zum sportlichen Leben in der Gemeinde Hohenkammer getan.

In den Nachkriegsjahren war es sehr schwierig, sich die nötige Ausrüstung zu verschaffen, um überhaupt am Fußballsport teilzunehmen. Aber mit einem ungeheuren Ehrgeiz und sehr viel Improvisation wurden alle Klippen gemeistert. Als Sportplatz wurde die "Gmoa", der frühere Gemeindeweideplatz, gepachtet und der erste Fußball mit ein paar Zentnern Mehl organisiert. Für Schuhe und Dressen sorgten die Aktiven selbst, unterstützt von ihren Frauen und den hiesigen Schuhmachern. Wobei für die Dressen manche alte Nazifahne und mancher Bettbezug herhalten musste. Doch bis zum ersten Spiel (gegen Reichertshausen) war letztlich alles geschafft und auf "fußballerisches" Aussehen gebracht. Das zweite Spiel musste leider abgebrochen werden, da der Ball nach einem Pressschlag seinen Geist aufgab und kein Ersatzball zur Verfügung stand.

In den darauf folgenden Jahren wurden Hochs und Tiefs gemeinsam überstanden bis dann Ende März 1967 der 1. Spatenstich für das Sportheim links der Glonn erfolgen konnte. Dieses wurde, dank tatkräftiger Hilfe vieler Mitglieder und insbesondere von Gerhard Schuhmann und des damaligen 1. Vorstandes Michael Weichhart, noch im selben Jahr fertig gestellt.

Ein weiterer Meilenstein in der SVH-Geschichte war im September 1970 die Gründung einer Skiabteilung, die beim SVH einen großen Mitgliederzuwachs, insbesondere an weiblichen Mitgliedern, zufolge hatte. Die Hauptinitiatoren waren Jakob Einertshofer, Karl Strauß und Fritz Röhrl. Ihnen gilt der Hauptverdienst, dass von diesem Tage an der SVH nicht mehr nur eingleisig in Richtung Fußball fuhr, sondern der erste Schritt in Richtung Breitensport gemacht wurde.

Auch weiterhin lief alles bestens und so konnte an weitere Aufgaben herangegangen werden. Dies geschah 1974 in Form zwei neuer Fußballplätze rechts der Glonn, die mit Hilfe unseres verstorbenen Pfarrers Ruppert Höckmair und der Gemeinde gewonnen werden konnten.
Im selben Jahr wurde aber auch der Verein um eine zusätzliche Abteilung, nämlich der Damengymnastik, vergrößert, was wir v.a. Helmut "James" Martin zu verdanken haben. Dadurch ergab sich Ende 1974 folgende Bilanz:
Der SVH hatte 5 aktive Fußballmannschaften, eine Skiabteilung, eine Damengymnastik-Gruppe, zwei erstklassige Fußballplätze und das "alte" Sportheim links der Glonn. Es waren zu der Zeit 330 Mitglieder beim SV Hohenkammer.

Das bisher größte Vorhaben des SVH wurde dann 1976 in Angriff genommen. Nämlich der Bau des neuen Sportheims an der Pfarrer-Egger-Straße, der dann auch 1978 zu einem krönenden Abschluss gebracht wurde. Alle Funktionäre, Mitglieder und Freunde des SVH leisteten dabei Großes, doch ein Mann muss dabei besonders hervorgehoben werden: Der damalige 1. Vorstand Walter Wallenta. Er war der treibende Motor, der das ganze Räderwerk in Schwung brachte und somit der Garant für das gute Gelingen dieses Werkes war.

Auch sportlich baute man weiter, denn im gleichen Jahr 1978 wurde die Tischtennis Abteilung gegründet, die in Klaus Steinberger einen regen, agilen Abteilungsleiter fand.
Und in diesem Sinne ging es fortan, denn schon im darauffolgenden Jahr wurde unter der Leitung von Jakob Sailer die Abteilung der Stockschützen ein Bestandteil des SVH. Schon Ende 1980 konnte die Eröffnung zwei nagelneuer Stockbahnen gefeiert werden. Da auch Männer nicht (immer) nur dem Ball nachjagen wollen, wurde 1984 von Karl Seibold eine Herrengymnastik-Gruppe ins Leben gerufen, die sich leider aufgrund mangelnder Teilnehmerzahl bis Ende 1987 wieder auflöste. Erfolgreicher im Hinblick auf die Mitgliederzahlen ist die Abteilung der Volleyballer, die im Jahre 1986 gegründet wurde und deren Leitung bis 1992 Uschi Herzog übernahm.

Im Jahre 1997, genauer gesagt vom 19.06. - 22.06., ist das 50jährige Bestehen des SV Hohenkammer mit einem rauschenden Fest und großer Begeisterung gefeiert worden. Und diese Begeisterung legen die "Kammerna" nicht bloß beim Feiern, sondern auch bei sportlichen Aktivitäten an den Tag.

Dies alles bis zum heutigen Tag konnte nur erreicht werden durch die aufopfernde Arbeit aller Funktionäre, der Mitglieder, sowie dem Entgegenkommen der Gemeinde und der tatkräftigen Unterstützung der gesamten Gemeindebevölkerung und der Hilfe vieler Firmen, die über die ganzen Jahrzehnte in vielen Variationen als Sponsoren des SVH aufgetreten sind. Ihnen allen gebührt an dieser Stelle ein aufrichtiger Dank.

Diese Zusammenfassung enthält natürlich nur einen Bruchteil des Geschehens beim SVH seit seiner Gründung im Jahre 1947 und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wir hoffen trotzdem, dass damit ihnen Allen der SV Hohenkammer in seinem Gesamten näher gebracht wurde.